Sonntag, 01.03.2026

Wiesbaden bringt Gedenktafel für Marek Hłasko am Wohnhaus an

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Eine Gedenktafel am Haus Hauberrisserstraße 26 erinnert seit kurzem an den polnischen Schriftsteller Marek Hłasko. Die Aktion geht auf den Deutsch Polnischen Verein Wiesbaden zurück und knüpft an das in Polen ausgerufene Jahr von Marek Hłasko 2024 an. Das Stadtarchiv hat die Tafel gestaltet und damit an Leben und Werk des Autors erinnert.

Initiative und Standort

Die Anbringung der Tafel am früheren Wohnhaus Hłaskos ist Teil lokaler Erinnerungskultur. Nach Angaben der Initiatoren soll die Gedenktafel das literarische Vermächtnis des Schriftstellers sichtbar machen. Sein symbolisches Grab befindet sich auf dem Wiesbadener Südfriedhof. Die sterblichen Überreste Hłaskos wurden 1975 nach Warschau überführt und dort beigesetzt.

Leben und literarische Stationen

Marek Jakub Hłasko wurde am 14. Januar 1934 in Warschau geboren. Seine Jugend war von schwierigen Familienverhältnissen und den Folgen des Zweiten Weltkriegs geprägt. 1949 begann er eine Ausbildung in Warschau, die er abbrach. 1952 arbeitete er als Arbeiterkorrespondent für die Tageszeitung Trybuna Lubu. Ein Jahr später erhielt er ein Stipendium des Polnischen Schriftstellerverbands, 1954 erschien sein Debütwerk.

Besonders bekannt wurde Hłasko durch den Erzählband Der erste Schritt in den Wolken. Mehrere seiner Werke wurden verfilmt. Bei Dreharbeiten zu dem Film Der achte Wochentag lernte er die deutsche Schauspielerin Sonja Ziemann kennen, die er später heiratete. 1958 erhielt er den Preis der Polnischen Verleger.

Exil und Tod

Wegen seiner kritischen Haltung gegenüber der polnischen Regierung und dem Sozialismus wurde Hłasko nach einem längeren Auslandsaufenthalt die Rückkehr nach Polen verweigert. In der Folge lebte er unter anderem in West Berlin, Israel, der Schweiz und den Vereinigten Staaten. 1969 reiste er nach Wiesbaden, um ein weiteres Filmprojekt zu verfolgen. Am 14. Juni 1969 starb er in dem Haus Hauberrisserstraße 26.

Rezeption

In Polen gilt Marek Hłasko als prägende Figur der Nachkriegsdichtung. Die neue Tafel in Wiesbaden reiht sich in zahlreiche lokale und internationale Erinnerungszeichen ein, die sein Werk und seine Biografie dokumentieren. Die Initiative zeigt, wie Stadtarchive und zivilgesellschaftliche Gruppen an die literarische Vergangenheit anknüpfen und sie in den öffentlichen Raum tragen.

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